Mittwoch, 21. Dezember 2011

Heute in der MOZ! Lange Leitung: DSL lässt auf sich warten

Ahrensfelde (MOZ) Zur DSL-Versorgung in Ahrensfelde soll es in der ersten Bauausschusssitzung im neuen Jahr einen Sachstandsbericht geben. Das kündigte Bürgermeister Wilfried Gehrke in der Stadtverordnetenversammlung an.

Der Rathauschef verwies darauf, dass man eine schnelle Internetverbindung via Funk weiterhin als Überbrückungstechnologie betrachte. Dies treffe auch auf den neuen LTE-Standard zu, den bereits Bürger in Mehrow und Blumberg nutzten, so Gehrke.


Die neue Technik ermöglicht gerade in ländlichen Regionen, in denen Highspeed-Internet-Anschlüsse nicht flächendeckend zur Verfügung gestellt werden können, eine Versorgung über Funk. Sie wird inzwischen von mehreren Unternehmen angeboten. Eine Downloadrate von bis zu 100 MBit/s soll realisierbar sein.

Anfang des Jahres hatte die Gemeindevertretung beschlossen, durch ein Planungsbüro prüfen zu lassen, wie groß der Bedarf an "schnellem Internet" bei Wirtschaftsunternehmen und privaten Haushalten ist. Zudem sollte geklärt werden, welche Kosten anfallen. Bürgermeister Gehrke hatte damals betont, dass sich die Kommune bereits seit einigen Jahren um eine Lösung der Breitband-Problematik, insbesondere für die Ortsteile Mehrow und Blumberg, bemüht. Eine zunächst ins Auge gefasste Funk-Variante war aber von der Wirtschaft nicht angenommen worden, die Unternehmen schufen sich eigene, teils sehr teure Lösungen.

Das Thema wurde noch durch einen weiteren Fakt belastet: Die Kommune war aus dem Förderprogramm für ländliche Entwicklung herausgefallen. Finanzielle Mittel sind danach nur noch aus dem Topf "Wirtschaftsförderung" zu bekommen. Bedingung: Die Unternehmen müssen mitmachen. Als einzig zukunftsträchtig bezeichnete Bürgermeister Gehrke das Glasfasernetz. Ein "Alt-Netz" liege zwar seit 1994 in Ahrensfelde vor, müsste aber aufgerüstet werden, hieß es im Frühjahr.

Der Initiative "DSL nach Blumberg" dauerte das ganze Verfahren zu lange, öffentlich wurde die Verwaltung kritisiert. Diese konterte, dass man lediglich Planungen und Vorhaben unterstützen könne. Fortschritte gab es aber kaum.

Die Akteure wandten sich deshalb inzwischen mit einem offenen Brief an die Gemeindevertreter und Bürgermeister Gehrke. Darin begrüßten sie zwar die bisherigen Anstrengungen als einen ersten Schritt, die digitale Spaltung der Gemeinde zu überwinden. Die Aktivitäten müssten nun aber intensiviert werden, hieß es im Schreiben der Initiative, die inzwischen auch vom Verein Mehrow 21 unterstützt wird. Gefordert wurde u.a. eine feste Ausgabenposition im Haushalt 2012, da "ohne die nötige Investitionsbereitschaft ein nachhaltiger Breitbandausbau in Mehrow und Blumberg nicht möglich ist".

Funkbasierte Lösungen können nach Auffassung der Initiative den Anforderungen der kommenden Jahre nicht standhalten. Einzig und allein glasfaserbasierte Netze böten die erforderliche Leistungsfähigkeit. Eine Breitbandversorgung werde darüber hinaus ein immer wichtigerer Standortfaktor für Privatpersonen und Gewerbetreibende.

Die Initiative geht ferner davon aus, dass angesichts der technischen Hürden Zuschüsse der Kommune notwendig sind. Als Beispiel wird die Stadt Bad Freienwalde genannt. Dort habe man für 2012 insgesamt 200 000 Euro in den Haushalt eingestellt, um die Bürger mit schnellem Internet zu versorgen.

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