Freitag, 17. Mai 2013

Bericht zur Ausschusssitzung Bauen, Wirtschaft, Natur und Umwelt



Bis auf den entschuldigten Herrn Salzmann (CDU) waren alle Ausschussmitglieder anwesend. Allerdings hat ein Großteil der sachkundigen Einwohner gefehlt. Sechs Gäste waren zu zählen. 

Herr Meier vom Bauamt hatte zu berichten:
Kita-Baufortschritt in Lindenberg deutlich wahrzunehmen. Gerechnet wird mit dem Richtfest Anfang August.
An der Bahnstation Rehhahn in Ahrensfelde hat der Neubau des Bahnsteigs begonnen. Die Fertigstellung ist für den 28.06. geplant. Eröffnet werden soll er am 23.08.13.
Der geplante Spielplatz im Kirchengelände Ahrensfelde ist angeschoben. Beim Landkreis ist im April der Bauantrag eingereicht worden.

Bürgerfragestunde:
Da im Ausschuss die in der Bauverwaltung für Umwelt Verantwortliche Frau Hempp anwesend war, habe ich an sie folgende Frage gerichtet: Inwiefern sieht sie bei der den Eigenbedarf dreifach übersteigenden Wohnbausiedlungsausweisung im FNP-Entwurf die Nachhaltigkeit berücksichtigt? Frau Hempp kam nicht zu Wort. Ihre Vorgesetzte Frau Schaaf mischte sich ein und lehnte Befragungen ihrer Mitarbeiter ab! Ihre Antwort auf meine Frage war ihr sichtlich unangenehm und entsprechend kurz. Sie verwies auf den Abwägungsprozess und den Grünflächenplan. Und das war es! Peinlich, so meine ich!

Herr Wünsche aus Blumberg merkte an, dass die Grünflächengestaltung auf dem Rathausvorplatz nicht der ursprünglichen Planung entspricht, die ihm vom Bürgermeister her bekannt ist. Frau Schaaf tat so, als wäre dies ihr nicht bekannt und es wäre so wie geplant realisiert worden. Der Vorsitzende versprach die Sache zu prüfen und wenn notwendig Änderungen anzumahnen. 

Weiterhin stellte ich die Frage, weshalb nach der Abnahme der ersten Arbeiten am Mehrower Dorfteich nun schon über einen Monat die Arbeit ruht?  Herr Meier antwortete, dass gegenwärtig die nächsten Leistungen ausgeschrieben werden. Es wird dann Ende Juni/Anfang Juli mit den Arbeiten fortgefahren, bis Anfang September. Ich frage mich allerdings, warum jetzt erst die weiteren Ausschreibungen? Was soll der Leerlauf?

Vortrag der Studenten der Hochschule für Nachhaltigkeit aus Eberswalde zu den Mehrower Weiherketten:
Die vier Studenten haben in einem durch Bilder zum Untersuchungsgebiet anschaulichen Vortrag von etwa 20 Minuten ihre Arbeitsergebnisse zu den Mehrower Weiherketten dargestellt. Ziel war es, u.a. die Gemeindevertreter in Sachen Umwelt vor der Haustür zu sensibilisieren. Interessant sind die konkreten Vorschläge und der Appell der Studenten, die unbedingt schützenswerten Weiherketten durch gezielte Maßnahmen zu erhalten. Ich hoffe, dass dies auf fruchtbaren Boden gefallen ist und stärker als bisher in der Gemeindevertretung zum Thema wird!
Bedauert haben die Studenten, dass ihnen im Anschluss an den Vortrag nicht die Möglichkeit zur Disputation gegeben worden ist. Enttäuscht waren sie auch über die geringe Zahl der Zuhörerschaft.  Gut, das war ein Anfang, der sich ausbauen lässt. Mehrow 21 plant in Zusammenarbeit mit der Hochschule  und der Verwaltungsmitarbeiterin Frau Hepp sich einem oder zwei konkreten Objekten innerhalb der Weiherketten zuzuwenden.

Demnächst eine Anmerkung zu den Tagesordnungspunkten der Gemeindevertretersitzung am 21.5.13. 

Allen Leser wünscht Mehrow 21 schöne Pfingstfeiertage! Wie wär es in Mehrow zukünftig mit dem Aufstellen eines Pfingstbaumes ?

Donnerstag, 16. Mai 2013

Nun der Bericht zu den Ausschusssitzungen am 13. und 14.5.

Ausschuss Kultur und Soziales
 
6 Ausschussmitglieder waren anwesend. Frau Dr. Unger (FWG) fehlte entschuldigt.

Dem kurzen Bericht des Vorsitzenden Wolf (FWG) folgten Berichte aus den Ortsteilen Ahrensfelde, Eiche und Blumberg, die neben Erfolgsberichten auch Probleme aufzeigten.

Recht umfangreich waren dann die Debatten um die Schulentwicklung. 

Deutlich wurde in der Diskussion um die private weiterführende Schule, dass noch sehr im Nebel herumgestochert wird. Da gibt es weder klare Vorstellungen zu einem schlüssigen pädagogischen Konzept, noch stichhaltige Überlegungen zum Standort. Da ist demnach noch viel zu tun. Vor allem fachliche Kompetenz gefragt. Und die muss man sich als Entscheidungsträger eben erarbeiten!

Das derzeitige Hauptproblem der Gemeinde ist wohl die Blumberger Grundschule mit ihren begrenzten Raumkapazitäten. Ich denke man muss nicht um den heißen Brei reden, die wohl bisher gute Bildungsqualität wird mittelfristig darunter leiden. Neben durchaus anderen interessanten Lösungsvorschlägen zur Raumkapazitätserhöhung favorisiert die Verwaltung einen Anbau. Dabei betont Frau Schaaf (Verwaltung)  auffallend mehrmals die Nachhaltigkeit einer solchen Lösung.

Anmerkung: In Sachen Wohnsiedlungsausweisung im Flächennutzungsplan vermeidet sie allerdings Nachhaltigkeit „wie der Teufel das Weihwasser“! 

Noch größer scheint das Problem Hort. Die jetzt 4 Standorte reichen im nächsten Schuljahr schon nicht mehr aus, um 47 Kinder unterzubringen und das geht so weiter! Angedacht ist eine Doppelnutzung der Schulräume und im Weiteren eine Mitnutzung des Anbaus und Reduzierung auf 2 Standorte. Aber auch hier ist alles noch nebulös und nicht in Sack und Tüten.

Zu guter Letzt kam dann die neue Jugendkoordinatorin (Frau Hirsch) zum Zug mit einer Bestandsaufnahme/Fragestellungen  zur Arbeit ihrer Vorgängerin und des Jugendamtes, die durchaus kritische Anmerkungen enthielt.

Bericht zum Ausschuss Bauen, Wirtschaft, Natur und Umwelt folgt.

Sonntag, 12. Mai 2013

Ausschusssitzungen am 13. Und 14.5.



Soziales und Kultur:
Es soll die Besichtigung der Privatschule in Grünheide ausgewertet werden. Thema ist auch die Umsetzungskonzeption und Sozialraumanalyse zur Jugendarbeit. Und der Kulturkalender soll beraten werden.

Bauen, Wirtschaft, Natur, Umwelt:
Soweit ich das beurteilen kann, steht erstmals umfänglich ein Umweltthema zur Debatte. Und zwar ein Vortrag von Studenten der Fachhochschule für Nachhaltigkeit Eberswalde. Die Studenten werden ihr zu den Mehrower Weiherketten erstelltes Gutachten vorstellen. 

Stellungnahme FNP-Entwurf
Unsere Stellungnahme hat den Bürgermeister wohl dazu bewogen nach neuen Argumenten zu suchen, um die über den tatsächlichen Bedarf  hinausgehende Bauflächenausweisung in der Gemeinde zu rechtfertigen. Nun hat er im Hauptausschuss argumentiert, die für ein Bevölkerungswachstum auf 20.000 Einwohner erfolgte Bauflächenausweisung in den alten Flächennutzungsplänen haben nicht den gewünschten Zuzug gebracht, weil das Flächenangebot nicht attraktiv gewesen sei. Deshalb jetzt die neuen Flächenausweisungen, um die Attraktivität zu erhöhen!! Gleichzeitig betont er aber im Zusammenhang mit der verfehlten Schulentwicklungsplanung  gebetsartig, dass die Bevölkerungsentwicklung in den nächsten 10-15 Jahren stagniert bzw. leicht rückläufig sein wird! Was soll man von einem solchen Gerede wohl halten?
Die drei großen Naturschutzverbände haben übrigens erneut die Bauflächenausweisungen Lindenberg10, Eiche1, Eiche3 und Mehrow3 abgelehnt.

Nun zum Thema Investitionsplanung
Mehrow 21 hat im Blog Investitionsvorschläge für 2014 und Gestaltungshinweise für Mehrow veröffentlicht. Die Vorschläge sind zur Berücksichtigung beim Hauptausschuss und Finanzausschuss eingereicht worden. Dem Vize-Bürgermeister(Herr Knop)  sind sie zugestellt worden, mit der Bitte diese zur Information der Mehrower Bürger in den Infokästen auszuhängen. Das Transparenzbestreben muss wohl jemanden (Bürgermeister, dem abhängigen Herrn Knop selbst) nicht gepasst haben und so wurde der Justiziar Schwarz beauftragt, ein ablehnendes Schreiben sich aus den Fingern zu saugen.
Hier das Schreiben, ein Demokratie- und Transparenzverständnis vom Feinsten:


Mittwoch, 8. Mai 2013

Eindrücke von der Hauptausschusssitzung 06.05.13



Alle Ausschussmitglieder waren anwesend. Von den eingeladenen Ortsbeiräten fehlten die Vertreter von Lindenberg und Mehrow (Urlaub nach Aussage des Vorsitzenden Hackbarth FWG).
Gäste: Der MOZ-Vertreter, Herr Wolf (FWG), Frau Borchardt und Herr Schönian (beide Die Linke), eine Bürgerin und ich.

Aus dem Bericht des Vorsitzenden:

Herr Hackbarth moniert die Nachbereitung des Winterdienstes in Ahrensfelde  als mangelhaft. Der Aussage schließen sich die Blumberger Herr Dreger (SPD) und Herr Phillip (CDU) an. Mein Eindruck für Mehrow ist kein anderer (siehe Blumberger Weg). Man darf gespannt sein, ob die Option Vertragsverlängerung 13/14 bei der Kritik dann zieht! Herr Knop (stellv. Bürgermeister) bemühte sich die Kritik schon jetzt herunter zu spielen! Es wird in Kürze nachzufragen sein,  welche Kosten für den Winterdienst12/13  tatsächlich angefallen sind.

Die Abrissarbeiten für den EDEKA-Markt in Ahrensfelde (Dorfstr. 65) laufen.
Für das Ahrensfelder Center (Dorfstr. 66/67) am Dorfeingang aus Richtung Berlin ist eine Neueröffnung für Ende Mai geplant mit Gaststätte und kleinteiligem Einzelhandel.

Dezentrale Asylaufnahme im Landkreis ist im Moment vom Tisch. 

Die Seniorenwoche  findet am 5.6. im Ortsteil Ahrensfelde statt. Das Eisenbahnfest der Kirchengemeinde am 26.5..

Zur Bürgerfragestunde:

Wie schon der Name sagt, ist der Hauptausschuss der bedeutendste Ausschuss. Entsprechend sollte der auch besetzt sein. Meine Frage war, weshalb Mehrow nicht vertreten ist? Da wurde auf den Proporz und das Verfahren zur Ausschussbesetzung verwiesen. Ich denke eher, dass die Bedeutung des Ausschusses für Mehrow verkannt worden ist.

Zu den Tagesordnungspunkten:

Die Debatte über die Investitionsvorstellungen verlief so, dass die eingereichten Vorschläge von den anwesenden Ortsbeiräten kurz vorgestellt wurden. Für Mehrow lagen Vorschläge der Ortsvorsteherin und von Mehrow 21 vor, die teils inhaltsgleich sind oder sich ergänzen.  Der Vorschlag von Mehrow 21 soll im Infokasten zum Aushang gebracht werden. Man beschloss die Debatte dann weiter zu führen, wenn die Investitionen klar sind, die zur Problemlösung in der Grundschule eingesetzt werden müssen.

Ein gewichtiges Thema war wieder die Grundschule in Blumberg. Hier stehen die Lösungsansätze nach wie vor noch nicht, bis hin zur Finanzierung. Besonders dramatisch ist die Hortunterbringung. Schon im Schuljahr 13/14 reichen die jetzt schon jetzt überstrapazierten Kapazitäten nicht mehr. Die FWG brachte ein, über einen  Grundschulteil für die Klassenstufen 1und 2 nachzudenken. Was mich wundert, dass in den Arbeitskreis Grundschule der Verwaltung  außer den 3 Vertretern der Verwaltung (Frau Triebs, Herr Lachmann, Frau Herrling) kein Gemeindevertreter(politisch Verantwortlicher) einbezogen ist.

Ein Thema  war die weiterführende Schule. Schließlich einigte sich der Ausschuss auf eine Privatschule, ähnlich wie sie in Grünheide geführt wird. Man will aber noch in die Entscheidung weitere Anbieter mit gleichem Niveau einbeziehen. Das soll als Beschluss in die nächste GV-Sitzung  eingebracht werden. Die Standortbegehren sind unterschiedlich, ebenfalls die Vorstellungen über den für die Gemeinde überhaupt  machbaren Typ von weiterführender Schule (Oberschule, Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, Gymnasium). Sicher ist, dass die Mehrzahl der abgehenden Sechstklässler eine Oberschule besuchen wollen. Siehe auch MOZ-Beitrag vom 07.05.!

Nun zum Thema Ortsbeirat für Mehrow. Die Kommunalverfassung ermöglicht bekanntlich auch für Mehrow den Ortsbeirat, bestehend aus 3 Mitgliedern. Der FWG hat nun wiederholt den Antrag eingebracht, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Sprich, die Gemeindevertretung muss die Satzung aus 2003 ändern. Begründet hat den Antrag der Ausschussvorsitzende Hackbarth mit zu schaffenden gleichen politischen und demokratischen Strukturen in allen Ortsteilen. Als Tischvorlage (also kurzfristig vor der Sitzung) haben die Ausschussmitglieder von der Verwaltung ein von der Mehrower Ortsvorsteherin an die Verwaltung (!) gerichtetes Schreiben (Mail) erhalten. Soweit ich den Ausführungen  des Herrn Dreger(SPD) zum Papier entnehmen konnte, möchte die Ortsvorsteherin den jetzigen Status Quo beibehalten, also kein Ortsbeirat. Das wäre auch das Ergebnis ihrer Bürgerbefragung. Herr Dreger merkte dann den Bedarf an Nachfragen an die Ortsvorsteherin an, bedauerte dabei ihre Abwesenheit. Er schlug schließlich vor, den Antrag erneut auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen. Dem wurde zugestimmt.

Noch ein Hinweis allgemeiner Art: Anträge von Parteien/Wählergemeinschaften sollten in Gänze öffentlich gemacht werden. Und zwar in den Ratsinformationen unter Sitzungsvorlagen.

Montag, 6. Mai 2013

Mehrow 21 nimmt Stellung zum FNP-Entwurf: Heute Teil 2



Nun zu unseren weiteren Kritikpunkten im Einzelnen:

1. Fehlende Nachhaltigkeit

Der Entwurf vorliegende Entwurf ist in Sachen Nachhaltigkeit nicht zeitgemäß. Der Eigenbedarf an Wohnsiedlungsfläche wird eklatant überbewertet und der Entwurf ist durch Privatinteressen instrumentalisiert.

Täglich werden in Deutschland 90ha Fläche für Wohnbebauung und Verkehrsinfrastruktur  in Anspruch genommen. Im Sinne der Nachhaltigkeit und des Bodenschutzes verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die bisher ungebremste Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30ha zu reduzieren. Dazu wurde eine Novellierung des Baugesetzbuches auf den Weg gebracht.

Der vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf liegt seit 2012 vor. Ausdrücklich wird hier die Vorrangigkeit der Innenentwicklung als Ziel für die Siedlungsentwicklung festgeschrieben. Innenentwicklung vor Außenentwicklung ist das Gebot für eine nachhaltige Entwicklung. Dem Gesetz folgend, gehört dazu die dringend vorgeschriebene Erfassung der Innenbereichspotentiale über Lücken- und Brachflächenkataster.

Jede Inanspruchnahme von Natur für Bauzwecke bedarf jetzt einer besonderen Begründung. Für die Kommunen bedeutet das, bei der Aufstellung von  Flächennutzungsplänen das Gebot der Nachhaltigkeit von Anfang an zu berücksichtigen. Dazu gehört zwingend,  Begehrlichkeiten abzuwenden, die sich auf die Bebauung von Freiflächen außerhalb des Gestaltungsraumes richten.

Der vorliegende FNP-Entwurf wird dem in keiner Weise nicht gerecht. Er ist rückwärts gewandt und konterkariert die Zielstellung der Novellierung des Baugesetzbuches auf eine gebremste Flächeninanspruchnahme völlig.

Es wurden in der Planungsphase den Entscheidungsträgern, also den Gemeindevertretern, die ausreichend  vorhandenen Innenbereichspotentiale für eine Wohnsiedlungsbebauung leider nicht über ein Lücken-und Brachflächenkataster aufgezeigt. Zudem werden ohne erkennbaren Bedarf  weitere an Wohnflächen im Außenbereich ausgewiesen, was einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung widerspricht.

Genau aus diesem Grunde lehnt Mehrow 21die Siedlungsflächen E1 (5ha Ackerfläche in Hoheneiche), das Siedlungsgebiet M3 ( 0,4ha strauch- und baumbewachsenen, grundwassergefährdeten und von der  Zauneidechse (steht unter Naturschutz) besiedelten Naturareals) in Mehrow  sowie das Siedlungsgebiet E3 in Eiche Süd (0,5ha Grünland/Feuchtbiotop) ab.

2.  Kein Bedarf an Siedlungsflächen besonders im Außenbereich

Der FNP-Entwurf stützt sich nicht zeitgemäß  einseitig nur auf die Landesentwicklungsplanung Berlin-Brandenburg aus dem Jahre 2009. Weshalb? Gezielt deshalb, weil die Landesentwicklungsplanung  zwar auch ins Zentrum der Bauleitplanung (FNP) die Innenentwicklung von Siedlungen stellt, jedoch das Türchen für eine Entwicklungsoption im Außenbereich auflässt.

Genau das passt in die von Privatinteressen instrumentalisierte Zielvorstellung der Verwaltung, beispielsweise die Außenbereichsfläche M3 in Mehrow als Baufläche unterzubringen. Allerdings legt der LEP B-B auch fest, dass die Nutzung der Entwicklungsoption von 0,5ha pro 1000EW im Außenbereich nur dann in Anspruch genommen werden darf, wenn der Eigenbedarf der Gemeinde im Rahmen der vorrangig zu betreibenden Innenentwicklung nicht abgedeckt werden kann!

Nun wie sieht es mit dem Eigenbedarf in der Gemeinde Ahrensfelde  bis 2030 aus? Prognostiziert wird vom Amt für Statistik eine Stagnation in der Bevölkerungsentwicklung um die 13 000EW, sogar mit leichtem Bevölkerungsrückgang. Dem LEP B-B folgend, ergibt sich nun rechnerisch für die Gemeinde Ahrensfelde  für den FNP-Planungszeitraum ein Eigenbedarf von etwa 13ha Wohnsiedlungsfläche (1ha pro 1000EW).

Im vorliegenden FNP-Entwurf  wird aber das Dreifache (fast 40ha) an Wohnsiedlungsfläche ausgewiesen. Der prognostizierten Bevölkerungszahl nach, hätte nach LEP B-B Ahrensfelde einen Eigenbedarf  von 5,5ha, Eiche einen Eigenbedarf von 2,0ha, Lindenberg einen Eigenbedarf von 2,5ha, Blumberg  einen Eigenbedarf von 2,5ha und Mehrow einen Eigenbedarf von 0,5ha.

 Tatsächlich sieht der Entwurf für die Ortsteile ein Mehrfaches an Wohnsiedlungsfläche vor!

Und zwar für Ahrensfelde 17,7ha, Eiche 5,5ha, Lindenberg 6,7 ha, Blumberg 7,4ha und Mehrow 3,1ha. Mehrows Eigenbedarf wird beispielsweise um das Sechsfache überhöht! Was soll da die von der Bauverwaltung gezogene Option von 0,4ha naturnahe Fläche (M3) im Außenbereich, wenn allein im Innenbereich Mehrows 2,7ha Wohnsiedlungsfläche ausgewiesen sind?

Das ist bar jeder Vernunft, nicht objektiv begründbar  und Nachdenkenden nicht vermittelbar!
Ähnlich ist die Situation in Eiche (gehört zum Gestaltungsraum Siedlung). Hier wird das Innenbereichspotential völlig ausgespart (beispielsweise Brache östlich hinter der Kirche) und im Außenbereich (Randbereich der Siedlung) völlig unnötig auf Ackerland-5,0ha und  Grünland/Feuchtbiotop – 0,5ha zugegriffen.

Auch das ist bar jeder Vernunft, nicht objektiv begründbar und Nachdenkenden vermittelbar!

Nochmals, diese Planung des FNP verstößt eklatant gegen die Vorgaben des LEP B-B mit einer weit über den realen Eigenbedarf hinausgehenden Wohnsiedlungsflächenausweisung, ignoriert zu großen Teilen das Innenbereichspotential und zieht ungerechtfertigt die Entwicklungsoption im Außenbereich, obwohl der Eigenbedarf der Gemeinde im Rahmen der vorrangig zu betreibenden Innenentwicklung hätte locker abgedeckt werden können.

Man stelle sich vor: Diese Wohnsiedlungsausweisung  im FNP-Entwurf von etwa 40ha schafft das unsinnige Potential eines Bevölkerungswachstums um das Dreifache im Planungszeitraum 10 bis 15 Jahre! Noch angemerkt sei, dass im Brandenburger „Zentralen Ortssystem“ nicht die Gemeinde Ahrensfelde, sondern das Mittelzentrum Bernau ist, hier nach LEP B-B also die räumliche Schwerpunktsetzung  in der Siedlungsentwicklung zu erfolgen hat.

3. Der FNP-Entwurf ist von Privatinteressen instrumentalisiert

Die völlig überflüssige Bauflächenausweisung M3 in Mehrow ist das Produkt einer „Hinterzimmer-Übereinkunft“ des Eigentümers dieser Fläche mit der Ortsvorsteherin, dem Bürgermeister und der an der Planung mitwirkenden Bauverwaltung.

Wie kam es dazu? Zunächst ist eine Bauvoranfrage des Eigentümers für dieses noch im Dorferneuerungsplan als naturnahe Parkanlage vorgesehene Areal im Außenbereich Mehrows von der Unteren Bauaufsichtsbehörde in Eberswalde negativ beschieden worden.

Da die Aussicht, die Fläche nun im FNP als Baufläche auszuweisen der „Hinterzimmerpolitik“ nicht rosig erschien, weil schwer nach Aussage der beauftragten Planerin begründbar, hat man versucht im laufenden Planungsvorgang FNP über einen Beschlussantrag auf Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens  im Januar 2011 die Gemeindevertretung mit ins Boot zu nehmen.  Das ist auf Druck von und Aufklärung durch die  außerparlamentarische  Opposition gescheitert.

Und da die „Hinterzimmer-Übereinkunft“ nicht scheitern durfte, hat man den LEP B-B so für die politischen Entscheidungsträger  interpretiert, als würde die mögliche Siedlungsoption im LEP B-B die Bauflächenausweisung M3 rechtfertigen.

Mehrow 21 hält das für einen Skandal und fordert  dieses Naturareal zu erhalten und möglichst wie im Dorferneuerungsplan  vorgesehen, zu gestalten.

Unabhängig zu der heutigen Stellungnahme zum FNP-Entwurf steht Mehrow 21 nach wie vor zur Stellungnahme vom 15.06.2012 zum Vorentwurf. Leider wurde dieser am 15.10.2012 pauschal und ohne inhaltliche Gegenargumente mehrheitlich abgewiesen.

Es ist inzwischen einige Zeit vergangen, Zeit auch im Planungsverfahren zum FNP-Entwurf. Einige Entscheidungsträger haben diese offensichtlich genutzt, um tiefer in die Materie einzudringen. Das hat der Beschluss zur Offenlegung des FNP-Entwurfs gezeigt. Die Zahl derer, die den Entwurf inzwischen kritischer betrachten ist gestiegen.

Mehrow 21 bittet die Gemeindevertreter nochmals eindringlich diesen FNP-Entwurf auf den realen Eigenbedarf unter alleiniger Nutzung der Innenbereichspotentiale, mit Ausrichtung auf die Nachhaltigkeit und ausschließlich für das Gemeinwohl überarbeiten zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Wüpper und Dr. Wolfgang Unger                            
Mehrow 21 e.V.